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FC Criminale bricht mit allen Traditionen!
Ob der FC Criminale bereit sei, bei einem Fußballturnier der Unicef in Düsseldorf ein Einlagespiel zu bestreiten, lautete die Anfrage. Passend zum Thema der Veranstaltung, wäre die glorreiche Krimielf doch ein ideales Beispiel dafür, wie gelungene Integration aussieht. Lahme, Fußkranke, Handballer, Alkoholiker, Neurotiker, jeder hätte seinen Platz im Team gefunden. Bei einer so charmant vorgebrachten Anfrage konnte der FC Criminale natürlich nicht widerstehen und sagte zu, angesprochenen Kick am 18. Juli zu wagen.
Allerdings unter drei Bedingungen. Erstens wollte man einen schlagbaren Gegner auf Augenhöhe. Zweitens nicht allzu lange spielen. Und drittens nicht zu viel laufen.
Die mordenden Balltreter wären bereits mit der Erfüllung eines dieser Wünsche glücklich gewesen. Um so größer war das allgemeine Entzücken, als die Gastgeber sich nicht lumpen ließen und gleich alle drei Bedingungen perfekt umsetzten.
Die Spielzeit betrug zweimal 15 Minuten.
Es wurde über den halben Platz auf ein Kleinfeld gespielt.
Und der Gegner war eine Frauenmannschaft aus der Düsseldorfer Bezirksklasse.
Alles in allem wunderbare Voraussetzungen, die dann noch perfekt wurden, als der zunächst angebotene Jugendspielball durch einen der weißen, runden, geradeaus fliegenden und teuren Derbystar-Bälle des neuen Sponsors ersetzt wurde (muss ja mal erwähnt werden).
Es entspann sich ein munteres, von einem launigen Kommentator live moderiertes Spiel zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Na gut, nicht ganz, die Mädels waren durch die Bank ein wenig kleiner, was dem FC Criminale (der auch mit einer gemischten Mannschaft antrat) eine nicht zu unterschätzende Lufthoheit einbrachte.
Auf dem sandigen Kunstrasen hatten die Düsseldorfer Frauen die ersten Torchancen, aber wenn das Tor so klein und der Keeper so breit ist, ist es halt etwas schwerer, an ihm vorbei zu kommen. So stand die Hintermannschaft unerwartet sicher, während vorne der Capitano den Alleinunterhalter gab und sich zwischen den eng deckenden Frauen sichtlich wohl fühlte. Er war es dann auch, der die zweite Chance des Spiels mit links einnetzte. Zum ersten Mal seit Menschengedenken war der FC Criminale in einem Spiel in Führung gegangen.
Tor, Tor, Tor!
Doch es kam noch besser. Kurz nach der Halbzeit gab es einen Eckball. Der wurde flach ans kurze Eck gespielt, wo wieder Andreas Izquierdo derart gekonnt und souverän direkt vollstreckte, dass die anwesenden Talentscouts spontan zu den Handys griffen und ihre Manager verständigten. Verhandlungen mit Regionalligisten und einem Erstligisten in Aserbeidschan sollen laufen. Wir werden weiter berichten.
Die Düsseldorfer Frauen hatten praktisch im Gegenzug die große Chance zum Anschlusstreffer, doch der Pfosten stand bei einem Nachschuss aus dem Getümmel im Weg.
Als der nicht zu bremsende Capitano Mitte der zweiten Hälfte gar zum 3:0 vollstreckte, war die Sache dann gelaufen. Trotz der Bemühungen und vielen Schüsse auf das Tor der Criminellen kam keine große Gefahr mehr auf. Doch die nie aufgebenden, lauf- und spielstarken Gegnerinnen kamen auch noch zu ihrem Erfolgserlebnis, als die Verteidigung schon Feierabend gemacht hatte, The Wall das Tor genau so zügig wie unmotiviert verließ und damit dem Ehrentreffer nichts mehr im Wege stand.
Dann war Schluss und der FC Criminale hatte seinen ersten Sieg seit Vereinsgründung eingefahren.
Na gut.
Der Platz war klein.
Der Gegner war klein.
Die Spielzeit war kurz.
Aber Sieg ist Sieg!
Der glorreiche FCC wird versuchen, die Hochstimmung aus diesem unglaublichen und motivierenden Erlebnis und Ergebnis bis ins folgende Jahr zu retten. Vielleicht gelingt dann im Rahmen der Criminale sogar die Fortsetzung der Serie.
Aber wahrscheinlich lässt man die Schreiber wieder gegen getarnte Profis antreten...